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Magdalena Marsovszky: Die „Täter-Opfer-Umkehr“ – der Antisemitismus der politischen Mitte

Magdalena Marsovszky
Die „Täter-Opfer-Umkehr“ – der Antisemitismus der politischen Mitte
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Abstract
Am Beispiel neuester Entwicklungen im Bereich der Erinnerung- und Geschichtspolitik untersucht der Beitrag den gegenwärtigen Antisemitismus in Ungarn. Als allgemein verbreiteter wichtigster Typus des Antisemitismus in der Kultur Ungarns wird dabei die Täter-Opfer-Umkehr fokussiert, äußert sich doch der heutige Antisemitismus in Ungarn viel eher als Abneigung gegen symbolische „Juden –, d.h. Menschen, die einem antisemitischen Stereotyp entsprechen. Verhasst sind vor allem sozialistische, sozialdemokratische und liberale Politiker und Medienmenschen. Der Antisemitismus kann sogar als Zeichen einer Weltanschauung oder „Alltagsreligion – betrachtet werden, in der die Abneigung gegen „Juden – mit einer Abneigung gegen alle „Anderen – verbunden ist, denen man vorwirft, keine „echten – Zugehörigen der völkisch gedachten Nation zu sein. Dieser Logik entsprechend können neben Minderheiten, Linken und Liberalen z.B. auch demokratische Einrichtungen, eine demokratisch gewählte Regierung, ja selbst die Europäische Union, die Nato oder der IMF als Feindbilder herangezogen werden.

Zitation
Marsovszky, Magdalena (2013): Die „Täter-Opfer-Umkehr“ – der Antisemitismus der politischen Mitte. In: Südosteuropäische Hefte 2 (1), S. 49–61.

Persistent Identifier (PID): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-360911