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Đorđe Tomić: All that Folk. Wissenschaftliche Untersuchungen und Repräsentationen der Folk-Musik im (post-) jugoslawischen Raum

Đorđe Tomić
All that Folk. Wissenschaftliche Untersuchungen und Repräsentationen der Folk-Musik im (post-) jugoslawischen Raum
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Abstract
By analyzing the broad research of different types of ‘folk’ music in former Yugoslavia, the paper explores the different forms of interpretation and representations created by scholars in social science and humanities. Tracing back their critique of this music into the socialist period, the analysis offers new insights into the motives and ways of producing meaning by one part of the intellectual elite – for Serbia framed as the ‘second/ other Serbia’ – in the context of political transformation at the end of the 20th century in this region. While hardly any of the analyzed scholarly works on (‘folk’) music was really about music, being instead quite often mainly concerned with its alleged symbolical meaning, most of them used ‘folk’ as a catchy ‘label’ that introduced further analysis of society and/or politics in former Yugoslavia during the 1990s. By criticizing the ‘kitsch’ of ‘folk’ and, at the same time, presenting more or less sophisticated scientific findings on correlations between ‘folk’ and politics, the authors of the works analyzed in this paper mostly underlined their distance to this ‘genre’, thus pointing out their (oppositional) political standpoint, and, especially, by delegitimizing the ‘folk culture’ on the one hand and the new nationalist political setting on the other, they aimed to compensate the loss of cultural capital they used to or – from their perspective – ought to have as representatives of some kind of intellectual vanguard.

Zitation
Tomić, Đorđe (2014): All that Folk. Wissenschaftliche Untersuchungen und Repräsentationen der Folk-Musik im (post-) jugoslawischen Raum. In: Südosteuropäische Hefte 3 (1), S. 131–162.

Persistent Identifier (PID): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-398529

Edda Heyken: „Das ist ein Traum, der fast zwanzig Jahre dauert“. Über die Suche nach individuellen Erinnerungsformen bosnisch-herzegowinischer Frauen und Männer in Berlin zum Umgang mit den Erfahrungen von Krieg, Flucht und Unsicherheit

Edda Heyken
„Das ist ein Traum, der fast zwanzig Jahre dauert“. Über die Suche nach individuellen Erinnerungsformen bosnisch-herzegowinischer Frauen und Männer in Berlin zum Umgang mit den Erfahrungen von Krieg, Flucht und Unsicherheit
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Abstract
Die Erinnerungen an Krieg und Flucht wiegen besonders schwer und verlangen nicht nur Energie, Behutsamkeit und Sensibilität im Umgang mit den Betroffenen, sondern beeinflussen auch ihren Tagesablauf. Teilweise ist die Schwere der Vergangenheit so erdrückend, dass das Individuum ganz davon vereinnahmt wird und von einem normalen Alltag nicht mehr die Rede sein kann. Unscheinbar wirkende Impulse versetzen die Betroffenen zurück in einen Zustand aus Angst, Unsicherheit und Misstrauen. Auf die Frauen und Männer, die vor der unvorstellbaren Gewalt und Bedrohung des Bosnienkrieges nach Berlin geflohen sind, trifft diese Beschreibung sehr häufig zu. Doch nicht nur die Erinnerungen an den Krieg belasten die Männer und Frauen, auch die Situation nach der Ankunft in Berlin brachte viel Leid mit sich. Durch den langjährigen unsicheren Aufenthaltsstatus als ‚Geduldeter‘ wurden die bereits bestehenden Probleme auf sozialer und wirtschaftlicher Ebene intensiviert und für die Betroffenen wurde es nahezu unmöglich, die psychischen Wunden heilen lassen zu können. Dieser Artikel veranschaulicht die unterschiedlichen Formen der Vergangenheitsannäherung bosnischer Flüchtlinge in Berlin, ihre Beeinflussung durch bestimmte Alltagssituationen bzw. Stressoren, sowie ihre Relation zu biografischen Hintergründen, Generation und Geschlecht. Die Art der Erinnerung lässt dabei Rückschlüsse auf den individuellen Umgang mit der Vergangenheit zu. Anhand verschiedener Narrationen kristallisiert sich der unterschiedliche Umgang mit der Vergangenheit auf einerseits reflektiert-distanzierter und andererseits wiedererlebend-emotionaler Ebene heraus.

Zitation
Heyken, Edda (2014): „Das ist ein Traum, der fast zwanzig Jahre dauert“. Über die Suche nach individuellen Erinnerungsformen bosnisch-herzegowinischer Frauen und Männer in Berlin zum Umgang mit den Erfahrungen von Krieg, Flucht und Unsicherheit. In: Südosteu-ropäische Hefte 3 (1), S. 78–91.

Persistent Identifier (PID): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-397502