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Edda Heyken: „Das ist ein Traum, der fast zwanzig Jahre dauert“. Über die Suche nach individuellen Erinnerungsformen bosnisch-herzegowinischer Frauen und Männer in Berlin zum Umgang mit den Erfahrungen von Krieg, Flucht und Unsicherheit

Edda Heyken
„Das ist ein Traum, der fast zwanzig Jahre dauert“. Über die Suche nach individuellen Erinnerungsformen bosnisch-herzegowinischer Frauen und Männer in Berlin zum Umgang mit den Erfahrungen von Krieg, Flucht und Unsicherheit
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Abstract
Die Erinnerungen an Krieg und Flucht wiegen besonders schwer und verlangen nicht nur Energie, Behutsamkeit und Sensibilität im Umgang mit den Betroffenen, sondern beeinflussen auch ihren Tagesablauf. Teilweise ist die Schwere der Vergangenheit so erdrückend, dass das Individuum ganz davon vereinnahmt wird und von einem normalen Alltag nicht mehr die Rede sein kann. Unscheinbar wirkende Impulse versetzen die Betroffenen zurück in einen Zustand aus Angst, Unsicherheit und Misstrauen. Auf die Frauen und Männer, die vor der unvorstellbaren Gewalt und Bedrohung des Bosnienkrieges nach Berlin geflohen sind, trifft diese Beschreibung sehr häufig zu. Doch nicht nur die Erinnerungen an den Krieg belasten die Männer und Frauen, auch die Situation nach der Ankunft in Berlin brachte viel Leid mit sich. Durch den langjährigen unsicheren Aufenthaltsstatus als ‚Geduldeter‘ wurden die bereits bestehenden Probleme auf sozialer und wirtschaftlicher Ebene intensiviert und für die Betroffenen wurde es nahezu unmöglich, die psychischen Wunden heilen lassen zu können. Dieser Artikel veranschaulicht die unterschiedlichen Formen der Vergangenheitsannäherung bosnischer Flüchtlinge in Berlin, ihre Beeinflussung durch bestimmte Alltagssituationen bzw. Stressoren, sowie ihre Relation zu biografischen Hintergründen, Generation und Geschlecht. Die Art der Erinnerung lässt dabei Rückschlüsse auf den individuellen Umgang mit der Vergangenheit zu. Anhand verschiedener Narrationen kristallisiert sich der unterschiedliche Umgang mit der Vergangenheit auf einerseits reflektiert-distanzierter und andererseits wiedererlebend-emotionaler Ebene heraus.

Zitation
Heyken, Edda (2014): „Das ist ein Traum, der fast zwanzig Jahre dauert“. Über die Suche nach individuellen Erinnerungsformen bosnisch-herzegowinischer Frauen und Männer in Berlin zum Umgang mit den Erfahrungen von Krieg, Flucht und Unsicherheit. In: Südosteu-ropäische Hefte 3 (1), S. 78–91.

Persistent Identifier (PID): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-397502

Rezension: Gromes, Thorsten (2012): Ohne Staat und Nation ist keine Demokratie zu machen. Bosnien und Herzegowina, Kosovo und Makedonien nach den Bürgerkriegen. Baden Baden: Nomos (Studien der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, 17), 256 Seiten, ISBN: 978-3-832-97330-8

Stefanie Rämmler
Gromes, Thorsten (2012): Ohne Staat und Nation ist keine Demokratie zu machen. Bosnien und Herzegowina, Kosovo und Makedonien nach den Bürgerkriegen. Baden Baden: Nomos (Studien der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, 17), 256 Seiten, ISBN: 978-3-832-97330-8
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Zitation
Rämmler, Stefanie (2012): Gromes, Thorsten (2012): Ohne Staat und Nation ist keine Demokratie zu machen. Bosnien und Herzegowina, Kosovo und Makedonien nach den Bürgerkriegen. Baden Baden: Nomos (Studien der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, 17), 256 Seiten, ISBN: 978-3-832-97330-8. In: Südosteuropäische Hefte 1 (2), S. 104–106.